| 15.01.1992 |
Anerkennung Sloweniens und Kroatiens durch die EG. Hinsichtlich Bosnien- Herzegowinas müssen noch "Fragen geklärt" werden. |
| 06.04.1992 |
Bosnien wird von der EG als unabhängiger Staat anerkannt. Die USA folgt diesem Schritt. In Bosnien ruft die Serbische nationale Partei im Gegenzug eine Serbische Republik Bosnien- Herzegowina aus. Die Feindseligkeiten in Bosnien beginnen. |
| 05.04.1992 |
Friedensdemonstration in Sarajevo gegen die Nationalistenführer Karadzič und Izetbegovič. |
| Frühjahr 1992 |
Srebrenica: Bis zum Jahresende vertreiben muslimische Terrortrupps unter dem Kommandanten Naser Oric die Serben blutig aus der Enklave Srebrenica (30% der Einwohner waren orthodox/serbisch). Vermutliche serbische Opfer in dieser Zeit in und in der Nähe von Srebrenica: 192 niedergebrannte Dörfer (Zahl wird von niederländischen Blauhelmtruppen bestätigt) sowie schätzungsweise 2800 getötete Serben; 1.000 getötete Serben wurden gefunden und identifiziert. (Berichte der Pathologn liegen inzwischen dem Tribunal in den Haag vor). Srebrenica wird Anfang 1993 UNO - Schutzzone und niederländische Blauhelmtruppen werden stationiert. |
| 27.05.1992 |
In Sarajevo explodiert ein Sprengkörper in einer um Brot anstehenden Menschenmenge(27 Tote). Die Internationale Presse gibt den Serben die Schuld. Die UNO - Truppen vor Ort vermuten jedoch aufgrund etlicher "Ungereimtheiten" Moslems als Täter. So wurde der Zugang zum Marktplatz vor dem Attentat für Moslems gesperrt, sodaß überwiegend Serben die Opfer waren. Auch die Art der Geschosse und die Tatsache, daß "zufällig" das bosnische Fernsehen anwesend war, um zu filmen, gab den UNO- Truppen vor Ort Anlass zum Zweifel.
Der Kommandeur der UN- Truppen, MacKencie wird daraufhin entlassen.
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| 29.05.1992 |
Heftige Artillerieangriffe auf Sarajevo. Eine Granate richtet ein Massaker an. Auf bosnische Serben wird geschossen, als sie, wie verabredet, die letzten Kasernen in Sarajevo verlassen wollen (Dutzende von Toten) |
| 30.05.1992 |
Unter dem Eindruck des "Massakers von Sarajevo" verhängt der Sicherheitsrat Sanktionen gegen Serbien und Montenegro (u.a. Handelsembargo, Unterbrechung des Flugverkehrs ). Der Sicherheitsrat macht Serbien für die anhaltenden Kämpfe verantwortlich. Der serbische Präsident hatte allerdings erklärt, er habe nach dem offiziellen Rückzug der serbischen Volksarmee aus Bosnien keinen Einfluß auf die freiwillig dort verbliebenen Teilverbände. |
| 22.01.1993 |
Maslenica- Offensive der Kroaten, um die Verbindung nach Süddalmatien wieder herzustellen. Die Kürze der Kampfhandelungen um die Brücke gibt zu der Vermutung Anlass, daß serbisch- kroatische Absprachen getroffen worden warten. |
| 23.01.1993 |
Alle Parteien stimmen dem Vance-Owen Plan zu, erheben aber Einwände gegen den Grenzverlauf der eigenen Provinzen. Die Konferenz wird überschattet von einer neuen Krajina- Offensive der Kroaten und heftigerer Kämpfe um Sarajevo. |
| 01.05.1993 |
In Athen setzt der Führer der bosnischen Serben, Karadzič, auf Druck von Restjugoslawien seine Unterschrift unter den Vance-Owen Plan, macht die Gültigkeit aber von der Zustimmung seines Parlamentes abhängig. |
| 05.05.1993 |
Der Vance-Owen Plan wird vom Parlament mit 52:2 Stimmen abgelehnt. Karadzič bezeichnet die Entscheidung als nicht endgültig und weist auf eine Volksentscheidung seiner Volksgruppe Mitte Mai hin. |
| 15.05.1993 |
Karadzič erklärt den Vance- Owen Plan für gescheitert. Die geleistete Unterschrift sei nach dem Votum der bosnischen Serben ungültig. Er fprdert neue Vermittlungsvorschläge. |
| 23.07.1993 |
Der Sicherheitsrat verurteilt einen neuen Vorstoß bosnischer Serben zur Isolierung Sarajevos. Schwerste Kämpfe zwischen bosnischen Kroaten und bosnischen Moslems um die Stadt Mostar. |
| 25.07.1993 |
Ein UNO - Konvoi mit Versorgungsgütern darf die kroatischen Linien passieren, um die Stadt Mostar zu versorgen. Die UN - Soldaten werden in der Stadt von Moslems als Geiseln genommen. |
| 27.07.1993 |
Neue Verhandlungsrunde in Genf. Kroatisch-serbischer Plan einer Dreiteilung Bosniens. |
| 30.07.1993 |
Einigung der drei Verhandlungspartner. der Grenzverlauf bleibt aber offen. |
| 28.02.1994 |
Erster Kampfeinsatz der NATO wegen Verletzung des Flugverbotes über Bosnien. Über Banja Luka werden vier Kampfflugzeuge abgeschossen. Diese serbischen Flugzeuge sollen eine moslemische Militärfabrik beschossen haban. |
| 01.03.1994 |
Der bosnische Ministerpräsident Silajdzič, der kroatische Außenminister Granic sowie Vertreter der bosnischen Kroaten unterzeichen ein Rahmenabkommen über edie Schaffung einer aus zwei Bevölkerungsgruppen bestehenden Föderation in Bosnien. |
| 03.03.1994 |
Der Sicherheitsrat fordert die endgültige Beendigung der Belagerung Sarajevos. |
| 06.07.1994 |
Die im April eingesetzte Kontaktgruppe legt in Genf einen von ihr ausgearbeiteten Plan mit Landkarte über die Aufteilung Bosniens vor. Die Serben, die 70% des Territoriums kontrollieren, sollen 49% erhalten. Die Außenminister der Kontaktgruppe fordern Zustimmung innerhalb von zwei Wochen. Kosyrew spricht von einem friedlichen Ultimatum, eine Ablehnung würde ernste Konsequenzen haben. |
| 19.07.1994 |
Die bosnisch-kroatische Seite stimmt vorbehaltlos zu. |
| 20.07.1994 |
Die Versammlung der serbischen Republik lehnt den Plan ab. |
| 28.07.1994 |
Die bosnischen Serben verlangen eine Korrektur der vorliegenden Landkarte sowie das Recht auf volle Selbstbestimmung, die auch das Recht des Anschlußes an Serbien beinhaltet. |
| 02.08.1994 |
Serbien richtet an die bosnischen Serben die dringende Aufforderung, den Plan anzunehmen. |
| 03.08.1994 |
Die serbische Versammlung in Pale bekräftigt ihre ablehnende Haltung und setzt ein Referndum für den 27.08.1994 an. |
| 04.08.1994 |
Milosevič verurteilt in einer über Radio Belgrad verbreiteten Rede die Haltung Pales. Er gibt den Abbruch der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit den bosnischen Serben und die Schließung der Grenze bekannt. |
| 05.08.1994 |
NATO Flugzeuge bombardieren auf Anforderung der UNPROFOR- Truppen bosnisch-serbische Stellungen in der "Sperrzone" von Sarajevo. Die Serben hatten zuvor schwere Waffen aus einem Lager der UN- Truppen abtransortiert und einen Hubschrauber der Blauhelme abgeschossen. |
| Einschub zum besseren Verständnis:
Bei dem "Belagerungsring" um Sarajevo handelte es sich nicht um einen typischen Belagerungsring einer Agressionsarmee, sondern um eine Reihe von Dörfern, die schon seit hunderten von Jahren fast zu 100 % von orthodoxen Christen ("Serben") bewohnt wurden, und schon im Jahre 1805 beim Aufstand gegen die türkischen Machthaber in Sarajevo einen "natürlichen" Belagerungsring bildeten.
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| 24.09.1994 |
Der Sicherheitsrat beschließt eine Lockerung der Sanktionen gegen die Serben, gleichzeitig eine Verschärfung der Sanktionen gegen die bosnischen Serben. |
| 31.10.1994 |
bosnisch- muslimische "Regierungstruppen" erobern weite Gebiete nahe Bihač. Zehntausende Serben sind auf der Flucht. |
| 03.11.1994 |
Das kroatisch- muslimische Bündnis zeigt Früchte. Die bosnischen Serben geraten zusehends unter Druck, nachdem sich die kroatischen und muslimischen Verbände vereinigt haben. |
| 11.11.1994 |
Die USA heben das Waffenembargo gegen Kroatien und Bosnien auf. |
| 17.11.1994 |
Schwere Kämpfe um Bihač. Die bosnichen Regierungstruppen (kroatisch-muslimisch) geraten in Bedrängnis, da der regionale Muslimführer Abdic sich mit 5000 Soldaten auf die Seite der bosnischen Serben schlägt. Abdic ist gemäßigter Muslim und ein alter Gegner Izetbegovic, dessen fundamentalistisch islamistische Haltung Abdic ablehnt. |
| 19.11.1994 |
Nach Angaben der muslimischen Propagandamaschinerie werfen die bosnischen Serben über Bihač Napalmbomben ab. Die UNPROFOR- Truppen vor Ort berichten, daß solche Angriffe keinerlei Opfer gefordert hätten. |
| Dezember 1994 |
Bemühungen um einen Waffenstillstand. |
| 12.01.1995 |
Tudjman fordert die Blauhelmtruppen zum verlassen Kroatiens auf. |
| 12.03.1995 |
Auf Drängen der UN stimmt Tudjman dem Verbleib einer verkleinerten Blauhelmtruppe von 5.000 Mann zu. |
| 02.05.1995 |
Spannungen in Kroatien. Artilleriebeschuß von Zagreb durch Krajina- Serben. Kroaten greifen Krajina Serben an, darunter auch zwei von vier UNO-Sektoren zum Schutze der Krajina- Serben. Der Angriff wird von den Kroaten als "Maßnahme zur friedlichen Eingliederung der Krajina- Serben" bezeichnet. |
| 22.05.1995 |
Bosnische Serben transportieren schwere Waffen aus einem Munitionsdepot der UN ab. |
| 25.05.1995 |
NATO- Bombardierung eines Waffendepots bei Pale. Die Serben reagieren mit Artilleriebeschuß der Städte Tuzla und Sarajevo und nehmen Blauhelmsoldaten als Geiseln. |
| 25.05.-31.05.95 |
Diverse Bombardements und Gegenraktionen der bosnischen Serben. NATO beschließt Eingreiftruppe zu bilden. |
| 11.07.1995 |
Eroberung der Schutzzone Srebreniza durch die bosnischen Serben. Es schließt sich das "Massaker von Srebreniza" an. |
| 28.07.1995 |
Kroaten besetzen einige Städte im Grenzgebiet Bosnien- Kroatien und unterbrechen damit die Versorgungslinien der Krajina- Serben. |
| 29.07.-03.08.95 |
Während in Genf Vertreter Kroatiens mit Vertretern der Serben aus der Krajina verhandeln, greift die kratische Armee die Krajina an und erobert sie in wenigen Tagen. In Zagreb heißt es dazu, die serbische Seite habe sich einer friedlichen Wiedereingliederung der einseitig ausgerufenen Krajina-Republik in den Staat Kroatien widersetzt. |
| 04.08.-08.08.95 |
Bei der kratischen Offensive werden auch UN- Truppen beschossen. 200.000 serbische Flüchtlinge fliehen nach Banja - Luka. Ca. 10.000 Serben werden getötet. |
| 21.08.1995 |
UNO wirft Kroatien systematische Menschenrechtsverletzungen vor, Plünderungen, Brandschatzungen und Mord. |
| 25.08.1995 |
Blauhelmtruppen verlassen Gorazde. Damit bricht die UNO ein internationales Versprechen. UN- Militärs gehen davon aus, daß die Stadt nicht zu halten sei. |
| 28.08.1995 |
Folgenschwerer Granatenangriff auf Sarajevo, der den bosn. Serben angelastet wird. Tudjman fordert ultimativ die Rückgabe Ostslawoniens und droht mit Offensive, wenn diese Region nicht freiwillig unter kroatische Oberhoheit gestellt würde. Tudjman weist die Vorwürfe der Menschenrechtsverletzungen zurück. |
| 29.08.1995 |
Izetbegoviဝ wird von Chirac empfangen und fordert Unterstützung. Andernfalls würde er die Friedensverhandlungen abbrechen. Chirac läßt Bereitschaft zu einem Vergeltungsschlag erkennen. Volker Rühe spricht von einer "militärischen Antwort" und einer "abschreckenden Reaktion. |
| 30.08.1995 |
Massive Angriffe der NATO auf Stellungen der bosnischen Serben. Eine Gegenwehr der bosn. Serben erfolgt nicht. Die Führung der bosnischen Serben und die Regierung "Restjugoslawiens" einigen sich auf eine gemeinsame Verhandlungsdelegation bei den weiteren Friedensgesprächen unter der Führung Milosevičs. |
| 31.08.1995 |
Russland fordert die NATO auf, ihre militärischen Aktionen einzustellen, und die bosnischen Serben, ihre schweren Waffen aus Sarajevo abzuziehen. |
| 01.09.1995 |
Erster Kampfeinsatz deutscher Tornados. Kundgebung zum Antikriegstag. Unterbrechung der NATO- Kampfeinsätze gegen die bosnischen Serben. |
| 08.09.1995 |
Konferenz der Außenminister von Kroatien, Serbien und Bosnien in Genf. Zustimmung zur "Prinzipien- Erklärung" und Aufteilung des Landes Bosnien 51% zu 49%. Jeweils eigener Status für die "serbische Republik" und die "Föderation von Bosnien und Herzegowina". Beginn der Friedensgespräche. |
| 05.10.1995 |
Bosnische Regierung verzichtet auf die Entmilitarisierung Banja Lukas. Holbrooke vermittelt 60-tägigen Waffenstillstand ab 10.10.1995. |
| 12.10.1995 |
Waffenstillstand. |
| 01.11.1995 |
"Annäherungsgespräche" in Dayton, Ohio zwischen den Präsidenten von Kroatien, Restjugoslawien und Bosnien. |
| 21.11.1995 |
Friedensabkommen von Dayton wird paraphiert |
| 23.11.1995 |
Die Führung der bosnischen Serben nimmt das Friedensabkommen von Dayton an. |
| 14.12.1995 |
Unterzeichung des Friedensvertrages in Paris. Verhandlungen über das Schicksal der serbischen Stadtviertel von Sarajevo. |
| 10.01.1996 |
Zwischenfälle in Mostar und Sarajevo. Die Serben beginnen, aus den serbischen Stadtviertel in Sarajevo zu fliehen. |
| 17.02.1996 |
Kurzfristig angesetzter Bosniengipfel in Rom. Einigung über den Status von Sarajevo und die Aufteilung Mostars ("Koschnik-Plan"). Die serbische Bevölkerung Sarajevos wird aufgefprdert, ihre Wohngebiete nicht zu verlassen, internationale Sicherheitsgarantie. Gleichzeitig fliehen tausende von Serben aus Sarajevo. |
| 23.02.1996 |
Übergabe des serbisch bewohnten Vorortes Vogosca unter Aufsicht von UN- Polizei. |
| 02.03.1996 |
Plünderungen und Brandschatzungen in Sarajevos serbischen Stadtteilen. Karadzic bittet Milosevic um Hilfe bei der Aussiedlung der serbischen Bevölkerung. |
| 12.03.-13.03.96 |
Serben übergene den Vorort Ilidza, nur wenige Serben verbleiben in Sarajevo. Die verbliebenen Serben werden von nachrückenden Moslems hart attackiert. ca 150.000 Serben fliehen insgesamt aus Sarajevo. Ethnische Säuberung unter UNO- Aufsicht??? Vor dem Krieg waren ca 45% der ca 400.000 Einwohner Sarajavos muslimisch, 30% orthodox(serbisch) und 15 % katholisch (kratisch). Nach dem Krieg sind ca 85 % der Bevölkerung muslimisch. |
| Ergebnis des Krieges: |
ca 200.000 Tote, 60% der Bevölkerung Bosnien Herzegowinas (=2,5 Millionen Menschen) Vertriebene oder Flüchtlinge. Die Wirtschaft zerstört. Arbeitslosenquote bei ca 60%. |
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